letzte Änderung: 2009-05-01 18:10:36

2. Befangenheit

2.1 Gewalt und Mobbing

"ad baculum" (lateinisch für: "[Verweis] auf den Stock") ist der Versuch, die Meinung der Gegenseite mit Gewalt oder deren Androhung oder durch Gruppenzwang (Mobbing) zu manipulieren.

Diese Vorgehensweise ist natürlich ethisch sehr fragwürdig. Wer immer sie anwendet versucht sie mit der Berufung auf eine höhere moralische Instanz zu rechtfertigen, z.B. dem Willen Gottes oder der 'guten Sache', die er vertritt. Dem entsprechend findet man diese Argumentationsweise typischerweise bei Vertretern von Religionen oder Ideologien vor, aber oft auch bei deren Kritikern.

Das Argument "ad baculum" widerlegt sich selbst. Es wäre nur dann gerechtfertigt, wenn die These, die es verteidigt, zweifelsfrei bewiesen wäre. In diesem Fall finden sich dann aber auch bessere, sachliche Argumente für die These, so dass sich die Manipulation erübrigen würde.

Wer "ad baculum" argumentiert, zeigt, dass er keine besseren Argumente hat, denn sonst müsste er sich nicht auf dieses Argument zurückziehen. Er demonstriert damit also lediglich seine eigene Befangenheit.