Feindbilder
Feindbilder sind eine Folge der menschlichen Intoleranz. Aktuelle Feindbilder gibt es zum Beispiel:
- im Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit
- im religiösen und ideologischen Fundamentalismus
- aber auch unter deren Kritikern
Dabei ist allen gemeinsam, dass die Andersartigkeit anderer nicht ertragen wird und zur Diskriminierung Anlass gibt.
Feindbilder sind auf mehrfache Weise verführerisch:
- sie vermitteln das Gefühl der moralischen Überlegenheit.
- sie geben einen vermeintlich sinnvollen Lebensinhalt, indem man ein Sendungsbesusstsein entwickelt, dass sich die Vernichtung der vermeintlichen Feinde zum Ziel setzt.
In beiden Fällen heben sie das Selbstwertgefühl, aber auf Kosten anderer.
Feindbilder verhindern eine faire Auseinandersetzung. Wer ein Feindbild pflegt ist oft nicht in der Lage, seine eigene Befangenheit zu erkennen und sieht sich darüber hinaus zum Mobbing berechtigt.
Hexenjagd
Das Sendungsbewußtsein und die befangene Argumentationsweise, die so typisch für Feindbilder sind, führen im Extremfall zur Hexenjagd8.
8 Arthur Miller hat in seinem gleichnamigen Theaterstück, inspiriert durch die McCarthy Anhörungen in den USA der 1950er Jahre, anschaulich gemacht wie das abläuft.
Verfolgungswahn und selbsterfüllende Prophezeiung
Auf Feindbilder werden alle möglichen persönlichen Ängste projiziert. Allerdings finden sich in diesen Projektionen oft die eigenen Verhaltensweisen wider, so dass man sich im Grunde davor fürchtet, dass der vermeintliche Feind so mit einem verfährt, wie man gerne mit ihm verfahren würde. Daraus folgt, dass Feindbilder sich genau dann erledigen, wenn man seine eigene Haltung überdenkt. Das Resultat ist Toleranz
Tut man das nicht, dann entwickeln sich Feindbilder regelmäßig zu selbsterfüllenden Prophezeiungen. Die vermeintlichen 'Feinde' werden so lange diskriminiert, bis sie aus Verbitterung ihrerseits Feindbilder aufbauen und entsprechend handeln.