Feindbilder
Kritiker
Feindbilder werden zu Recht kritisiert. Die Kritiker der Fremdenfeindlichkeit und des Fundamentalismus entwickeln aber oft ihrerseits Feindbilder und begehen regelmäßig den logischen Fehlschluss des cum, ergo propter. Dabei wird ungerechtfertigt von der Weltanschauung einer Person auf ihr Verhalten geschlossen:
- Zwar äußern Rassisten regelmäßig Angst vor Überfremdung oder vor Benachteiligung im Verteilungskampf;
- ... aber nicht jeder, der solche Ängste äußert, will deswegen auch gleich die Fremden diskriminieren.
- Zwar bringt der Islamismus Terroristen hervor;
- ... aber nicht jeder Moslem ist ein Islamist.
- ...
Die Liste ließe sich beliebig verlängern.
Diesem Fehlschluss liegt genau jenes Schwarz-Weiß-Denken zugrunde, dass an den Rassisten und Fundamentalisten kritisiert wird. Ob sich jemand unfair verhalten wird liegt mehr an seinem Charakter und seiner seelischen Gesundheit als an seiner Weltanschauung.
Fundamentalistische Weltanschauungen sind oft in der Minderheit, und Anhänger dieser Weltanschauungen werden deswegen leicht als Fremdkörper in der Gesellschaft wahrgenommen. Gegner des Fundamentalismus zeigen oft eine Angst vor kultureller Überfremdung durch fundamentalistische Weltanschauungen. Das offenbart, dass sie die Andersartigkeit der Fundamentalisten nicht ertragen, und dass es sich bei dem Feindbild "Fundamentalist" eigentlich um eine Form der Fremdenfeindlichkeit handelt.